WOHNEN - HAUS IN ZWEITER REIHE

Projekt // Sanierung und Aufstockung eines Wohnhauses in Heidelberg

Datum // 2021-2022

Planung & Ausführung // Andrea Hage & Anja Klement

Fotos // Eva Fischer & Valentina Kaun

 

Beschreibung //  Auch wenn in der ausgesprochen begehrten und attraktiven Wohnlage viele Häuser ähnlicher Größe abgerissen werden, um imposanten Bauwerken aus viel Beton und Glas und maximierter Wohnfläche zu weichen, kam ein Abriss des Bestands für uns nie in Frage.

  

Wir sahen in den beiden kompakten Baukörpern, die sich gegeneinander verschieben und somit spannungsvolle Außenräume mit zahlreichen unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten bilden, großes Potenzial. Dass auf dem Grundstück über die Jahre wunderschöne große Bäume gewachsen sind, deren Wurzeln den Hang halten und die auch bei sommerlichen Höchsttemperaturen Schatten spenden und die Biodiversität fördern, erhöhte noch die Freude, sich diesem Umbauvorhaben zu widmen.

  

Das Projekt baut auf Ökologie und Symbiose aus umbautem Raum und Natur.

 

Um dem Wunsch der Bauherren, die Wohnfläche zu vergrößern, nachzukommen, beschlossen wir, das Vorderhaus, von dem aus die Aussicht in die

Weite der Rheinebene besonders schön erlebbar ist, aufzustocken. Selbstverständlich wurde die Aufstockung des Bestandsgebäudes mit mineralischen Baustoffen realisiert.

Die Konstruktion in Holzbauweise wurde mit einer mineralischen Dämmung und mineralischem Putz bekleidet.

Auf dem Dach wurde eine PV Anlage installiert, die nicht nur die Luftwärmepumpe mit Strom versorgt sondern auch die eAutos der Familie.

Die Bauherren können ihr Nutzungsverhalten den solaren Erträgen anpassen und somit den eigenen Energieverbrauch durch wenige Stellschrauben deutlich verringern.

In einer Zisterne wird das Regenwasser der zweiten Dachfläche gesammelt und für die Bewässerung des großen Gartens verwendet.

 

Das neue Obergeschoss konnte bis in die Baumkronen gebaut werden, wodurch der Eindruck eines Baumhauses entsteht.

Die ständig mit dem Licht wechselnden Schatten des Blattwerks auf Fassade und auch den Innenwänden, der Blick ins Grüne, das Vogelgezwitscher und die vorbei hüpfenden Eichhörnchen verstärken das Lebensgefühl, mit der Natur im Einklang zu sein.

 

Jede Menge Tageslicht in den lichtdurchfluteten Räumen sorgt für Wohlbefinden und Verringerung des Strombedarfs. Die Verschattung mit Z-Lamellen bietet neben dem waldigen Klima guten sommerlichen Wärmeschutz, so dass die Räume selbst im Holzbau bei hochsommerlichen Temperaturen nicht überhitzen.

 


der Bestand

Der Gebäudebestand war in schlechtem energetischen Zustand, doch wir wollten die vorhandene graue Energie weiter nutzen und den unsanierten Massivbau aus den 60ern zukunftsfähig machen. Die Bestandsfassade war ungedämmt und mit breiten, durchgängigen Stahlbetonfensterbänken und auskragenden Deckenelementen gegliedert.

 

Beim Abbruch konnten viele der Materialien sortiert und zur Weiterverwendung abgeholt werden.